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 Betreff des Beitrags: Re: Rapid Prototyping
BeitragVerfasst: 16.11.2011, 14:33 
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Wenn ich darum bitte, sich im Nordstadt-Forum auf das Thema Feuerwehrfahrzeuge zu beschränken und es wird trotzdem weiter über (teil)gepanzerte Militärfahrzeuge geplaudert, dann ist hier ganz schnell Schluss mit lustig! :evil:

Für die, die es immer noch nicht gerafft haben: Jeder weitere Beitrag zu Militärfahrzeugen verschwindet umgehend dort, wo die anderen Postings schon auf ihn warten...

@ Martin: Wäre schön, wenn auch die nur beispielhaft gezeigten Modelle von der Feuerwehr oder einer HiOrg wären! Danke!

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Damals sind unsere Feuerwehrleute noch mit Spritzen und Leiterwagen ausgerückt, die von Pferden gezogen wurden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Rapid Prototyping
BeitragVerfasst: 16.11.2011, 22:54 
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Hallo,
um die feinen Strukturen zu demonstrieren habe ich mal folgende Vergleiche eingestellt.

Bild Bild

Das Lüftungsgitter ist an den Lamellenkanten nur 0,1mm stark und am Rahmen 0,21mm.

Bild Bild

die Sprossen sind 0,3mm und der Bügel 0,4mm stark, auch die Griffmulde im Abdeckblech ist offen ausgeführt. So gibt es Mal einen Eindruck wie Fein 3D Druck sein kann.

Gruss...Markus

P.S die Spundend und die Betonwände sind zwar kein Feuerwehrteil werden aber auf einem Feuerwehrdiorama eingesetzt demnächst ...

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Was es nicht gibt, kann man Drucken.... info@mmh-modellbau.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Rapid Prototyping
BeitragVerfasst: 17.11.2011, 10:19 
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Zitat:
Dann wollen wir mal hoffen, daß die Farbe auf dem Material haftet und dann weitersehen. Ich bin bei Polyamiden (bekanntester Markenname:" Nylon") und ähnlichen "speckigen" Werkstoffen eher spektisch. Wenn die die Farbe haftet, läßt sich das Ergebnis endgültig beurteilen. Das Rohteil sieht schon sehr gut und vielversprechend aus.


Hallo Karl-Ludwig und natürlich auch Hallo an alle anderen.
ich habe ganz gute Erfahrungen gemacht mit dem Haftvermittler für Kunststoffe von Dupli Color. Der ist extrem fein und wenn man ihn leicht erwärmt, lässt er sich gut und gleichmäßig auftragen. Nach einer ausreichenden Trockenzeit - ich gebe ihm ne gute Stunde bei normaler Raumtemperatur - kann man mit jeder Grundierung darauf arbeiten und dann die eigenliche Farbe drauf bringen.

Bei den herstellungsbedingten Schichten (Rillen) der RP Modelle habe auch ich bisher keine wirklich sehr gute Lösung gefunden, wie man diese schnell und gleichmäßig glätten kann - vorallem dann, wenn viele Scharniere, Griffe oder andere Darstellungen vorhanden sind. Doch weiß ich mittlerweile, dass es Hersteller gibt, die durchaus eine sehr passable Oberfläche (weitgehend ohne diese Rillen) realisieren können. Übriges lässt sich mit dem FILLER von Dupli Color - aufgetragen auf dem Haftvermittler - auch eine schwach rillige Stuktur ganz gut kaschieren. Nur bei starken Rillen ist das Verfahren ungeeignet.


Admin-Edit: Der Abschnitt, in dem es um Wunschmodelle im Rapid Prototyping und die Zusammenarbeit mit Kleinserienherstellern geht, wurde von mir herausgelöst und in einen separaten Thread -> viewtopic.php?f=120&t=11528 verschoben. JM

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 Betreff des Beitrags: Re: Rapid Prototyping, der Technik-Thread!
BeitragVerfasst: 17.11.2011, 15:59 
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Hallo,

ich mache dann mal wieder den Spielverderber, denn ich halte davon überhaupt nichts. Ich habe, wie bereits geschrieben, folgendes Modell

http://www.shapeways.com/model/339156/c ... tml?gid=mg

mit dem dazu gehörigen Fahrgestell bestellt, gekauft und geliefert bekommen. Was ich da geliefert bekommen habe, für einen im nach hinein meiner Meinung nach viel zu überteuerten Preis (ok meine eigen Schuld!) von 38 EUR zzgl. Versand spottet jeder Beschreibung. Die hier so hoch gelobte "Detaillierung" ist an diesem Modell eher nicht vorhanden und im Vergleich gewinnt hier jedes Modell eines Kleinserienherstellers, egal von welchem Hersteller. Die Oberfläche, also grobes Sandpapier ist dagegen noch recht glatt - wie das alles ausgeglichen werden soll ist mir schleierhaft, besonders im Bezug auf die (meiner Meinung nach nicht vorhandene) "Detaillierung". Wie da eine saubere Lackierung zu Stande kommen soll ist mir noch etwas .... keine Ahnung. Entschuldige Markus, aber die Lackierung deines Bootes gefällt mir nicht, zeigt aber welche Probleme da auf einen zu kommen -> das entspricht leider nicht meinen persönlichen Ansprüchen. Weiter geht es mit der Passgenauigkeit, also irgendwie scheinen die von mir bestellten Teile nicht zusammen zu gehören. Um das passend zu machen, fallen mehr Arbeiten an, als ich je bei einem Modell aus der Kleinserie hatte/habe. Abgesehen davon brechen diverse sehr filigrane Teile leicht ab, ein "zurechtbiegen" funktioniert überhaupt nicht, da das Material mehr als spröde ist - selbst unter warmen/heißen Wasser sind keinerlei Erfolge zu verzeichnen. Was mir auch noch ein wenig unerklärlich ist, sind die unterschiedlichen Wandstärken am Modell!!!! Warum??? Der untere Teil um den hinteren Radkasten ist derartig dünn, dass man da durchschauen kann, während der restliche Aufbau normale Stärken aufweist! Macht sich bestimmt gut beim Lackieren, mal hell mal dunkel, denn grundieren entfällt ja, wegen der "Detaillierung"!

Alles im Allen sehr enttäuschend und dazu noch extrem überteuert aus einem Material ...... muss jeder für sich selbst wissen. Ich jedenfalls kaufe so etwas nicht noch einmal, sondern investiere das Geld lieber bei einem der bekannten Kleinserienhersteller, denn da weiß ich was ich bekomme -> Qualität! Wer also glaubt hier die Technik der "Eierlegendenwollmilchsau" zu haben, der irrt sich gewaltig - mal kurz etwas auf dem Computer gezeichnet, dann gedruckt und ein Endprodukt in "High End Qualität" zu haben ......... na ja, den Weihnachtsmann gibt es ja auch.

Gruß
Dirk

PS: Beinahe vergessen: Solltet ihr irgendetwas kleben wollen, Sekundenkleber ist schon klar, dann probiert das unbedingt an einer nicht sichtbaren Stelle aus! Ich kenne jetzt mindestens einen Kleber der ungeeignet ist, denn dieser löst das verwendete Material in sehr unschöner Weise an und klebt nicht!

PPS: Bilder folgen wenn besseres "Fotografierwetter" draußen ist. :wink:

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 Betreff des Beitrags: Re: Rapid Prototyping, der Technik-Thread!
BeitragVerfasst: 17.11.2011, 17:36 
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Hallo Dirk,
ich kann natürlich nur das beurteilen, was das Bild hergibt, aber:
Rapid Prototyping bedeutet zunächst einmal, dass derjenige, der die Modellentwicklung zu machen hat a) sehr genau arbeitet, b) sehr gute Unterlagen hat, um a zu erfüllen, c) ein Werkzeug (sprich eine Software) besitzt, mit der er perfekt umgehen kann. Wenn er dann noch weiß, dass ein Auto eben nicht nur vier Räder hat, dann sollte auch etwas dabei heraus kommen. Der Preis erscheint mir reichtlich niedrig - da kann nicht viel dabei heraus kommen. Alleine die Entwiclung von solch einem Modell dürfte etliche Stunden in Anspruch nehmen. Heute verlangt ein gelernter professioneller Konstrukteur als mimimum mal seine 80 Euro pro Stunde. Spätestens ab diesem Punkt erübrigt sich die Diskussion über den Preis dieses Modells. Aber es kommt ja noch etwas anderes dazu: Welche Ausstattung hat diese Firma. Sie wird kaum sehr hochwertig sein. Mit einer hochwertigen Druckanlage erreicht man nun einmal eine bedeutend bessere Qualität. Der Konstrukteur muss sich schon Gedanken machen, wo er welche Teile separieren will, um dem Bastler nachher einen wirklich bau baren Bausatz abzuliefern. Und darin liegt ein wesentlicher Teil der Arbeit. Hier denke ich, hattest Du einfach Pech, solch eine Arbeit zu bekommen - hake es unter "Lehrgeld" ab. Meine Meinung bleibt: Bündelung von fachlich kompetenten Leuten, die solche Konstruktionen umsetzen können, dann eine Firma, die die Modellumsetzung veranlasst und auch an der Sache dran bleibt und die die erforderlichen Verbindungen zu Firmen hat, die ein qualitativ hochwertiges Modell umsetzen können. Dann sollte etwas vernünftiges dabei entstehen. Es ist nicht das Verfahren, das nicht funktioniert; sondern die Organisation der Aufgabe führt zu einem guten Ergebnis.
Viele Grüße
Reinhard

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 Betreff des Beitrags: Re: Rapid Prototyping, der Technik-Thread!
BeitragVerfasst: 17.11.2011, 19:35 
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Hallo Reinhard,

ich glaube da habe ich mich missverständlich ausgedrückt, denn das Modell wurde nicht von mir konzipiert oder gar in meinem Auftrag entwickelt - nee, dass war alles schon da, ich habe also ein bereits fertiges Modell bekommen. Es war also schon ein Angebot von der Firma, bei der ich bestellt habe. Ich finde 38.- EUR für dieses Modell dann doch schon etwas heftig, bei dir bekomme ich dafür wesentlich mehr und in besserer Qualität!!!!

Gruß
Dirk

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 Betreff des Beitrags: Re: Rapid Prototyping, der Technik-Thread!
BeitragVerfasst: 17.11.2011, 21:23 
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Ups - sorry, das war auch keine Kritik an Dir. Da hast Du natürlich Recht, wenn diese Firma dieses Produkt breit anlegt und anbietet, dann ist das schon eine ziemlich teure Geschichte.
Danke für die Lorbeeren. Ich melde mich nochmal bei Dir
Grüße
Reinhard

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 Betreff des Beitrags: Re: Rapid Prototyping
BeitragVerfasst: 19.11.2011, 10:32 
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Roman Gürtler hat geschrieben:
Ich möchte wenn dann jedoch fertige Modelle erstellen lassen, also aus Kunststoff zur direkten Weiterverarbeitung. [...] Wachsmodelle sind ja nur für den Formenbau geeignet.
Hallo Roman,
genau das erfolgt ja im ersten Schritt. Erst im nächsten Schritt werden dann Silikonformen gezogen und Resinmodelle hergestellt. Wachsdruck ist schon lange nicht mehr aktuell. Das Teil, das nach dem Konstruieren folgt, ist ein Kunststoffdruck, der mit Einschränkungen in Bezug auf die Temperaturempfindlichkeit (nicht mehr als 60 Grad C) problemlos weiter bearbeitet werden kann.
Grüße
Reinhard


Admin-Edit: Bitte nicht gesamte Postings zitieren (incl. der üblichen Höflichkeitsfloskeln). Das mag in anderen Foren üblich sein, um Threads künstlich aufzublähen - hier bitte nicht!

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 Betreff des Beitrags: Re: Rapid Prototyping, der Technik-Thread!
BeitragVerfasst: 23.11.2011, 17:26 
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Beiträge: 142
Dirk Schramm hat geschrieben:
Es war also schon ein Angebot von der Firma, bei der ich bestellt habe. Ich finde 38.- EUR für dieses Modell dann doch schon etwas heftig, bei dir bekomme ich dafür wesentlich mehr und in besserer Qualität!!!!



"Firma" finde ich hier übertrieben ausgedrückt, und von diesem Fahrzeug generell auf das Verfahren oder auch nur den ausführenden "Drucker" shapeways zu schließen ist mE auch problematisch. Fakt scheint zu sein, das dieses Fahrzeug, gestaltet von "lok1614" leichte konstruktive Mängel aufweist, zumindest wenn man es vorsichtig umschreibt. "lok1614" ist aber nicht identisch mit shapeways, genauso wenig wie "Modellbau Hawener" mit shapeways identisch ist. Beide sind nur Bastler, die ihre mehr oder weniger gelungenen Entwürfe mittels des Angebots von shapeways anderen zur Verfügung stellen.

_________________
mfg
Volker


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 Betreff des Beitrags: Re: Rapid Prototyping, der Technik-Thread!
BeitragVerfasst: 10.12.2011, 18:32 
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Hallo,

Reinhard hat mal mittels ein paar Handgriffen etc. die Oberflächenstruktur meines Modells sichtbar gemacht, schaut selbst:

Bild Bild

Wenn er Zeit dazu findet, dann schreibt er sicherlich noch etwas dazu.

Gruß
Dirk

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 Betreff des Beitrags: Re: Rapid Prototyping, der Technik-Thread!
BeitragVerfasst: 10.12.2011, 18:51 
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Beiträge: 2074
Hallo,

die Oberfläche erinnert einwenig an einen Kleintransporter aus Frankreich. Citroen hatte doch mal Karosserien aus Wellblech.

:arrow: http://bos-fahrzeuge.info/einsatzfahrze ... eifenwagen

:cry: :oops: :) :P :twisted: :?:

Gruß Falk

_________________
.
Eine Übersicht über die Fahrzeuge der BF Falkeneck, WF Falk & Söhne und die Falkenecker Organisationen mit Sonderrechten findet man unter: viewforum.php?f=114


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 Betreff des Beitrags: Re: Rapid Prototyping, der Technik-Thread!
BeitragVerfasst: 11.12.2011, 11:07 
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Ein Hoch auf die Spachtelmasse!!! :lol: :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Rapid Prototyping, der Technik-Thread!
BeitragVerfasst: 11.12.2011, 12:14 
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Moin Moin !
sorry, dass ich zum Thema Spachtelmasse etwas widerspreche.
Ich gehe nicht davon aus, dass hier Rillen sind, die bedingen, dass es an diesen Stellen zu wenig Material gibt. Im Gegenteil. Ich gehe davon aus, dass die als Rillen erkennbaren Spuren Aufdickungen sind, die weg müssen. Durch die Schichtung quillt das Material und durch den sog. Support (das Stützskelett beim Herstellen des Teils) wird zusätzlich eine Substanz aufgetragen. Das muss alles zunächst wieder runter. Hier hilft nur erst verhälnismäßig grob, dann fein schleifen. In sofern ist es bei dem Verfahren, mit dem dieses Modell erstellt wurde, im Grunde unsinnig, sehr feine Details darzustellen. Die werden sowieso weggeschliffen, um eine passable Oberfläche zu bekommen.

Wir haben nun im Lauf von zwei Jahren etliche Erfahrungen gesammelt mit verschiedenen 3-D Druckverfahren. Da gibt es meiner Meinung nach enorme Qualitätsunterschiede.
Zunächst muss man wissen, dass es mehrere Verfahren gibt, mit denen 3-D-Modelle erstellt werden können. Nicht jedes Verfahren erreicht die gleiche Oberflächengüte. Nicht jedes Verfahren erreicht die gleiche Temperaturbeständigkeit. Innerhalb der einzelnen Verfahren wiederum gibt es auch wieder unterschiedliche Versionen, das Modell aufzubauen (z.B. stehend, auf dem Kopf liegend, auf einem Sockel schräg stehend...). Bei einem von uns genutzten Verfahren wird das Material schichtweise im Mü-Bereich aufgetragen und mit Kaltlicht ausgehärtet. Genau diese Schichten sind es aber, die uns Kummer bereiten. Ältere Maschinen arbeiten mit einer Schichtstärke von 16 Mü. Hier gibt es mal ein Paar Infos zu solchen Maschinen: Polyjetmodeling http://www.objet.com/3D-Printer/Objet_Eden500V/. Andere Maschinen können noch feinere Schichten bilden, wieder andere sind grober in der Schichtung.
Die Entwicklung bei diesen Anlagen ist rasant. Wer sich im vergangenen Jahr eine derartige Maschine gekauft hat, dürfte heute bereits eine alte, nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprechende Maschine haben. Am Beispiel einer recht modernen Polyjet Modeling Maschine (Beispiel: http://www.ramacorp.org/polyjet_modeling.php) sieht man, dass auch hier Rillen sichtbar sind (etwa kurz vor der Mitte des Films), die aber durch die Kaltlichtflutung später nahezu vollständig verschwinden. Am Ende hat solch ein Teil eine wirklich tolle Oberfläche.
Ich habe einen Aufbau hier auf dem Tisch stehen, der mit einer ganz neuen Maschine gedruckt ist. Nahezu keine Rillen ! Hier ist es dann eine Frage des Anspruchdenkens, ob man lieber ganz feine Rillen in Kauf nimmt und dafür einen neuen Basisaufbau bekommt oder wieder zum Scratchbau übergehen will - der zweifelsfrei ja auch seine Schwächen hat.
Viele Grüße
Reinhard

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 Betreff des Beitrags: Re: Rapid Prototyping, der Technik-Thread!
BeitragVerfasst: 05.10.2012, 15:02 
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Einen sehr interessanten Überblick über die neuen Technologien im Modellbereich hat Michael Stegmann bei den Kollegen im Mo87-Forum gepostet (http://www.mo87.de/forumv2/viewtopic.ph ... 68#p198468). Michael hat mir freundlicherweise gestattet, diesen Beitrag hier zu unser aller Information zu posten - auf das die Verwirrung bei den Möglichkeiten und Begrifflichkeiten ein Ende hat! :wink:

Außerdem will sich Michael hier im Nordstadt-Forum noch anmelden und uns mit seinem Wissen rund um den sog. 3D-Druck künftig zur Seite stehen!
Vielen Dank, Michael! :D

Michael Stegmann hat geschrieben:
Shapeway nennt als Fertigungsweg für FU und FUD das Multi-Jet Modeling (MJM), welches sich
von der Stereolithographie doch deutlich unterscheidet. Nachfolgend vereinfacht dargestellt Begriffe die in diesem Zusammenhang meisten in Verwendung sind:

3D Druck:
Wird mittlerweile umgangssprachlich im allgemeinen für die dreidimensionale Herstellung von Objekten verwendet die nicht z.B. durch eine Fräsmaschine erzeugt wurden. Für die Herstellung der Objekte gibt es mehrere Verfahrenswege welche sich im Ergebnis in der Oberflächengüte und in der darstellbaren Feinheit unterscheiden.

Die Grundlage bei allen Verfahrenswegen bildet eine am Computer erzeugte dreidimensionale Konstruktion die bestimmte technische Voraussetzungen erfüllen muss und sich dadurch in der Regel von dreidimensionalen Darstellungen z.B. in Animationen oder Computerspiele unterscheidet. Für die Herstellung wird die digitale Konstruktion zuvor in der Z Achse in einzelne Schichten zerlegt und an die für den jeweiligen Verfahrensweg entsprechende Maschine weiter geleitet. Die Höhe der Schichten ist wiederum vom gewählten Verfahrensweg und der zu verarbeitenden Maschine abhängig und führt zu den mehr oder wenig sichtbaren Abstufungen in der Z-Achse des fertigen Objektes.

Multijet Modeling (MJM): z.B. Objekte bei Shapeway aus Frosted Details oder Frosted Utra Detail
Beim Multijet Modeling trifft die Bezeichnung 3D Druck am besten zu, da das Objekt schichtweise über einen "Druckkopf" ähnlich eines Tintenstrahldruckers aufgebaut wird. In diesem Druckkopf werden schmelzfähige Kunststoffe geschmolzen und als feine Tropfen über eine Reihe von Düsen aufgetragen. Anschließend wird die aufgetragene flüssige Kunststoffschicht in der Regel mittels UV-Licht gehärtet (polymerisiert).

Dieser Vorgang wiederholt Schicht für Schicht, bis das Objekt vollständig abgebildet wird. In der Regel ist für die Herstellung eine Stützkonstruktion in massiver oder nadelartiger Stützen notwendig. Diese Stützkonstruktion wird Schichtweise im gleichen Durchgang mit einem anderen Material, meist eine Wachsart, aufgetragen. Die mögliche darstellbare Detailfeinheit ist von der Auflösung des Gerätes, sprich Düsengröße, abhängig.

Sterolithographie (STL / SLA):
Hier wird das Objekt schichtweise in einem Bad aus flüssigen Kunststoff aufgebaut, beim dem die oberste Schicht von einem Laser gehärtet wird und das Objekt dabei Schicht für Schicht abgesenkt wird. Stützkonstruktionen bestehen bei der Stereolithographie aus dem gleichen Material wie das Objekt und müssen später mechanisch entfernt werden. Abhängig von der Präzision des Laser und der andern Bausteile sind hier feinste Auflösungen und Details möglich, welche die Sterolithographie bisher jedoch zum teuersten Verfahrensweg machen.

selektives Lasersintern (SLS): z.B. Objekte bei Shapeway aus Strong & Flexible Plastic
Das Lasersintern ist ein ähnlicher Verfahrensweg wie die Stereolithographie, nur dass hier die Objekte nicht im flüssigem Kunststoff sondern in einem Kunststoffpuder aufgebaut werden. Durch die Körnigkeit des Puders wirkt die Oberfläche der Objekte rauer als bei der Sterolithographie. Die Korngröße des Kunststoffpuder beeinflusst aus die Feinheit der darstellbaren Details. Um eine glatte Oberfläche zu erhalten werden in SLS hergestellte Objekte meist noch nachträglich mechanisch geglättet, wobei jedoch feine Details verrundet oder gar verloren gehen.


Gruß, Jürgen :D

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 Betreff des Beitrags: Re: Shapeways: Modelle aus dem Drucker
BeitragVerfasst: 06.10.2012, 10:03 
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Beiträge: 445
Ich habe im Nachbarforum zu "Modellen aus dem Drucker" Stellung genommen und poste hier den Text ebenfalls, weik er, so meine ich, zum Thema paßt:

Michael Stegmann hat geschrieben:
Die Abstufungen in der Z-Achse sind jedoch auch beim Druck vorhanden und liegen in der
Auflösung des Druckobjektes in einzelne Scheiben bzw. in den Schichtweisen Aufbau des Druckobjektes begründet.
Zur weiteren Ergänzung:
In allen drei Achsen des jeweiligen Gerätes finden "Schritte", statt, die sich in Stufungen darstellen. Bei der senkrechten Achse, der Z - Achse, sind nach der Natur der Sache die Stufungen am ausgeprägtesten. Hinzu kommt, daß bei den Verfahren, mit pulverveförmigen Ausgangsmaterialen, die gesintert werden, die Oberfläche körnig wird, weil Sintern ein "Backen" und kein Schmlezen ist. Dieres Verfahren heißt Lasersintern. Die dabei verwandten Pulvermaterialien sind Metalle, Kunsststoffe und Nicht-Kunststoffe (z.B. Gipls oder Formsand), die später mit Flüssigkunststoff "getränkt" werden) Dieser körnige Effekt tritt nicht auf, wenn der Laser das Material schmilzt. Dieses Verfahren heißt Laserschmelzen

Es kommt nun darauf an, ein Gerät und damit eine Technoligie zu wählen, die eine nicht körnige Oberfläche und kleine Schritte garantiert. Kleine Schrittweiten werden fachgerecht auch als "hohe Auflösung" bezeichnet. Die Schritte müssen so klein sein, daß nicht nur aus einer üblichen Sichtentfernung (ca 30 cm), sondern auch bei Nahbetrachtung (ca 6 bis 10 cm) die Stufungen nicht mehr oder kaum sichtbar sind. Diesen Anforderungen genügt nur eine Technologie, deren Schrittweiten, vor allem in der Z Achse, deutlich kleiner als 0,01 mm sind. Das können heute nur die Stereolithografie (STL, mit stufig abgesenkten Polymerbad) und einige wenige aufschmelzende Verfahren, die in der Medizintechnik, vor allem Zahnersatz, eingesetzt werden und deren Geräte, und damit auch ihre Produkte, extrem teuer sind.

Shapeways gibt spannenderweise nur die Materialen (und die auch technologisch ungenau) und die Mindestwandstärken an, beschreibt die Verfahren nur in englisch (sehr versteckt und schwer zu finden), nicht aber die Auflösung (Schrittweite) der verwendeten Geräte. Ich halte das für einen großen Magel, ebenso wie die Tatsache, daß im deutschen Markt mit einer englischsprachigen homepage gearbeitet wird und ein Telefonkontakt nicht möglich ist (Die Nummer wird geheim gehalten).

Bei shapeways hat sich nur das Material "frosted ultra detailed" als verwendbar herausgestellt. Das Verfahren wird als "Multijet Modeling (MJM)" bezeichnet, bei dem ein Druckkopf "molten plastic" - geschmolzenen Kunststoff aufbringt, der dann unter UV - Licht polymerisiert (aushärtend seine Struktur ändert). Diese Technologiebeschreibung ist offensichtlich unrichtig, da geschmolzener Kunststoff bei Abkühlung härtet und nicht unter UV polymerisieren muß. Es handelt sich wahrscheinlich um ein Druckverfahren mit flüssigen Kunststoff, daß dadurch auch bessere Auflösungen erreicht als die Druckvergfahren, die Kunststoff aufschmelzen. Ich persönlich halte selbst "frosted ultra detailed" nur für Kleinteile brauchbar, für abgußfähige Urmodelle nur sehr, sehr begrenzt.

Siehe auch: http://www.shapeways.com/materials/frosted-detail

Wir sollten uns übrigens von dem irreführenden Begriff "3 - D Druck" trennen und den Begriff "3 - D Verfahren" verwenden, denn alle 3 - D Verfahren, die druckähnlich sind, sind für uns, mit Ausnahme von MJM, siehe oben, nicht zu gebrauchen, da die Auflösung / Schrittweite zu groß ist.

Grundsätzlich halte ich nichts von einer Strategie in der Modellerstellung. Abhängig davon, ob ein Einzelstück, mehrere Modelle oder eine kleine Serie geplant ist, kommt es auf eine sinnvolle Kombination der verschiedenen Techniken an. Sie sind:

1. Grund - und / oder Urmodellbau
1.1 Klassische Verarbeitung von Industriekomponenten (Methode Jürgen Mischur), mit oder ohne Lackierung. Voraussetzung: klarer Plan im Kopf oder Skitze
1.2 Klassische handwerkliche Baukunst aus Platten und Profilen, (Methode Dirk Wiczorek); Voraussetzung Zeichnung oder Skitze
1.3 Fräsen von Platten und Komponenten, Voraussetzung in der Regel CAD - Konstruktion
1.4 Lasern von Platten und Komponenten, Voraussetzung in der Regel CAD - Konstruktion
1.5 Schneidplotten von Platten und Komponenten, Voraussetzung in der Regel CAD - Konstruktion
1.6 Digitale (CAD 3 D) Konstrution, Ausgabe 3 - D Druck (Digitaldruck)

2. Reproduktionstechniken
2.1 Digitaldruck
2.2 Resinguss unter Urmodellnutzung der obigen Methoden
2.3 Weißmetallguß unter Urmodellnutzung der obigen Methoden
2.4 Messing - Feinguß unter Urmodellnutzung der obigen Methoden
2.5 Ätzen von Platten und Kleinteilen, Voraussetzung: Reinzeichnung oder digitaler Entwurf
2.6 Wasserstrahlschneiden von Platten und Kleinteilen, Voraussetzung: Reinzeichnung oder digitaler Entwurf
- noch utopisch ist:
2.4 Spritzguß in einfachen Formen (Aluformen, ungehärtet), hergestellt nach CAD - 3 D Daten auf 5 - Achsen Fräsmaschinen mit automatischer Ableitung der Fräsdaten aus der Konstruktion

Karl - Ludwig Ostermann

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