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 Betreff des Beitrags: Re: MB L1000-Krankenwagen anno 1930
BeitragVerfasst: 12.11.2020, 17:34 
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Registriert: 09.10.2020, 14:25
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Hallo Ralf, hallo Daniel,

ich merke schon, ich muß mir mehr Mühe geben. Bei den Maßen beziehe ich mich auf das Buch von Werner Oswald, Mercedes Benz Personenwagen 1886-1984. Das stehen für den L 1000 folgende Maße:

Radstand 3250 mm
Spurweite vorn/hinten 1425 mm
Gesamtmaße des Kastenwagens
Länge 4750 mm
Breite 1730 mm
Höhe 1970 mm
Laderaum Innenmaße
Länge 2000 mm
Breite 1430 mm
Höhe 1280 mm

Wenn man jetzt das Modell nachmißt, kommt man dahinter, daß der Radstand stimmt (37.4 mm in H0) aber der Rest ist absolut unstimmig.
Nun gab es den Daimler Benz Stuttgart 260 (W 11 L) auch in längerer Ausführung mit einem Radstand von 3080 mm, möglicherweise hat Herr Roskopf also den gewählt.

Zu den Krankenwagen-Anstrichen: Damals fuhren viele KTW, die Krankenhäusern gehörten, deren Farben waren natürlich nirgens festgelegt. Schwarz war sehr beliebt wegen der Unauffälligkeit, andere waren in hellen Farben gehalten. Die Fahrzeuge des Roten Kreuzes waren zunächst auch dunkel, ab etwa 1926 dann in Grau gestrichen. Bei den Feuerwehren herrschte RAL 3003 vor, in Preußen sogar 1934 amtlich angeordnet, aber natürlich gab es auch blaue, braune und graue Feuerwehrfahrzeuge, wobei Stuttgart und Umgebung natürlich DAS Vorbild für blaue Fahrzeuge ist. Die graue Feuerwehr war der Stadtreinigung zugeordnet, deshalb verlangte die Stadt diese Farbe.

Daß die Beleuchtung nur gefunzelt hat, das stimmt. Mein Großvater fuhr nach dem Krieg einen Hanomag Pkw, der eine Ladepritsche erhalten hatte. Die Scheinwerfer waren im Verhältnis zu heute selbst mit neu eungesetzten Birnen einfach mies. Ich kann mich noch gut erinnern, das in der 60er Jahren die Autozeitschriften voll waren von Scheinwerfervergleichen, damal konnte man den Reflektor besser berechnen und herstellen, wodurch die Lichtausbeute verbessert wurde. Gelöst war das Problem eigentlich erst mit dem Auftauchen der Halogenscheinwerfer.

Bei viele Fahrzeugen waren die Kühler damals noch aus Messing, die Rahmen waren auf Hochglanz poliert und dann lackiert. Verchromtes Blech war natürlich billiger als Messing, also könnte der L 1000 als Nutzfahrzeug schon damit ausgestattet gewesen sein.

Was Museumsfahrzeuge, egal ob Feuerwehr, Polizei oder Militär angehen, bin ich sehr vorsichtig, denn da treten sehr viele Fehler aus Unkenntnis auf. Da werden Fahrzeuge grün lackiert, die das vor 1945 bestimmt nicht waren, ich nenne nur TLF 15/43 oder die DL 22/43, beides auch Modelle von Roco und in total falschen Farben geliefert, obwohl ich denen damals genügend Material gegeben hatte, um es besser zu machen. Brekina mit seiner KS 25 ist der gleiche Fall. Geliefert wurden diese beim Vorbild in Schwarzgrau RAL 7021, aber Brekina hat sie lieber grün gemacht. Auch das berühmte feuerrot RAL 3000 ist ja erst nach 1953 verwendet worden, warum soll man angeblich restaurierte Oldtomer damit lackieren? Da kann ich viele Sünden aufzählen!

Als Anmerkung noch: Seit 1968 beschäftige ich mich mit dem Thema Feuerwehren und Luftschutz vor 1945, Anstrichen in zeitlicher Abfolge, Anordnungen von Innenministerium, des Reichsluftfahrtministeriums, das im Luftschutz stark mitmischte, und natürlich auch der Ordnungpolizei. Das ist für mich wesentlich interessanter als die Nachkriegszeit, obwohl viele der rund 20 000 zwischen 1934 und 45 gebauten Feuerwehrfahrzeuge da noch eine wichtige Rolle spielten. Mit dem Modellbau wird es langsam schwieriger, das Alter trübt die Sehrkraft.

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Viele Grüße, Uwe


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 Betreff des Beitrags: Re: MB L1000-Krankenwagen anno 1930
BeitragVerfasst: 12.11.2020, 18:04 
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Registriert: 05.11.2008, 16:58
Beiträge: 5427
Hallo Uwe,

da kommt ja so einiges an Infos zusammen, Respekt (ich war anno Ende '68 übrigens gerade mal mitten drin in der Entstehungsphase)!
Aber das sind alles Epochen, die - ganz ehrlich - so gar nicht meine Welt sind. Dass ich hier ein Modell für das Jahr 1930 brauchte, lag am Empfänger des Modells, wobei ich leider keine Ahnung habe, ob es zwischenzeitlich auch an seinem endgültigen Bestimmungsort Platz genommen hat oder in irgendeiner Kiste auf seinen Einsatz harrt. Die benannten Fehler dürfte dort jedenfalls wohl niemand bemerken...

Nichtsdestotrotz, all diese gesammelten Infos sind hier im Modell-Thread im Wesentlichen falsch aufgehoben, dafür sollte man unbedingt ein eigenes Vorbildthema eröffnen! Da kann ich nur sagen, frisch ans Werk, Uwe! 8) :D

_________________
Viele Grüße von der Südbaar -
Ralf
...Bei mir sind übrigens Theorie und Praxis bestens vereint...! O.o


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